"Faire Gemeinde" Kirchengemeinden Nordhorn-Süd 


Andrea Tüllinghoff aus Osnabrück überreichte die Urkunden. (Foto GN)

Seit Anfang 2013 hatte sich der Pfarrgemeinderat mit dem Thema „Faire Gemeinde“ befasst, einer Aktion, die im Frühjahr des Jahres 2012 im Bistum Osnabrück ins Leben gerufen wurde. Es geht darum, zentrale Fragen rund um die Themenfelder „Weltweite Gerechtigkeit“ und „Bewahrung der Schöpfung“ in unseren Pfarreien wieder verstärkt in den Blick zu nehmen. Unsere christliche Verantwortung ergibt sich aus der Tatsache, dass mehr als eine Milliarde Menschen auf der Erde am Rande des Existenzminimums leben und täglich rund 30.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Armut sterben. Mitursächlich dafür sind ungerechte Welthandelsstrukturen, die den Ländern des Südens keine ausreichende Ernährungssicherheit geben und existenzsichernde Produktionen verhindern. Außerdem treffen diese Menschen in besonders heftiger Weise die Auswirkungen des Klimawandels, den auch wir hier in den Industrieländern mitverursacht haben. Als Christen sind wir gefordert, uns für weltweite Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Der Pfarrgemeinderat stimmte dafür, dass sich unsere drei Gemeinden dieser Aktion anschließen. Bedingung dafür war, dass jede Gemeinde eine bestimmte Anzahl fairer und ökologischer Kriterien erfüllen muss, wenn sie das Zertifikat „Faire Gemeinde“ von der Bischöflichen Kommission für Mission, Entwicklung und Frieden erhalten will. So wurden aus den drei Gemeinden alle relevanten Fakten zusammen getragen. Mit unterschiedlicher Gewichtung erfüllten alle drei die erforderliche Anzahl von Kriterien:

In unseren Gemeindehäusern verwenden wir Mehrweggeschirr. In zwei Gemeinden wird fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt oder auch Tee. In letzter Zeit wurden in den Gebäuden zum Teil umfangreiche Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Gruppen setzen bei Veranstaltungen regional und biologisch erzeugte Produkte ein, um hier nur einige Punkte zu nennen. Vorgesehen sind zudem öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zum Fairen Handel in allen drei Gemeinden.

So konnte unser entsprechender „Antrag“ mit den drei Selbstverpflichtungserklärungen an das Bistum geschickt werden. Am 01.09.2014 erhielten wir von der Bischöflichen Kommission die Mitteilung, dass unsere drei Gemeinden das Zertifikat erhalten. Die Übergabe der Urkunden und wetterfesten Plaketten erfolgte in einem Gottesdienst am 25.01.2015 in St. Elisabeth.

Die Arbeit ist damit aber nicht beendet sondern beginnt im Grunde erst. Es ist insgesamt eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten. Einweggeschirr und Einwegflaschen sollten zukünftig bei Gemeindeveranstaltungen nicht mehr zu sehen sein. Fair gehandelte und biologisch erzeugte Produkte sollten bei Gemeindeveranstaltungen vermehrt zum Einsatz kommen. Gruppen sollten kreativ sein und eigene faire und ökologische Aktivitäten entwickeln. Ein Beispiel bietet hier die KAB mit der Altkleidersammlung für die Aktion „Fair Wertung“, einer ökologischen Aktion für die Akzeptanz und die weitere Nutzung von „Secondhand“-Kleidung.

Um es kurz zu sagen: Auch wenn wir verschiedene Kriterien bereits teilweise erfüllen, müssen wir sie immer wieder ansprechen, um sie durchgehend und konsequent umzusetzen. Handeln wir nach ökologischen Gesichtspunkten, tun wir unmittelbar etwas für unsere Umwelt und unsere Zukunft. Beim Kauf fair gehandelter Produkte tragen wir dazu bei, dass die Welt an vielen Stellen gerechter wird. Auch wenn das alles nicht zum Null-Tarif zu erreichen ist, sollte es uns das wert sein.

 

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